Kaffeetassen als Marketingobjekt?!

Wer liebt ihn nicht, ganz gleich, ob Raucher oder Nichtraucher, den Kaffe am frühen Morgen, gleich nach dem Aufwachen, den Kaffee im Meeting mit dem Chef oder dem Kunden oder den Kaffee am Nachmittag, zu Hause, nach dem anstrengenden Arbeitstag? Er ist ein nicht mehr weg zu denkendes Stück Alltagskultur geworden, dieser lieb und teuer gewordene Kaffeegenuss, ob allein oder mit Freunden.

Behaltenseffekt und bedingte Konditionierung

Da diese Situation, der Kaffegenuss, uns wichtig und lieb geworden ist, prägt sich jede Einzelheit, die damit in Zusammenhang steht, besonders und nachhaltig in unser Gedächtnis ein. Die konkrete Umgebungssituation, in der wir Kaffee trinken, die Gespräche, die wir dabei mit unseren Freunden führen und nicht zuletzt die bunte und mit allerlei Slogans bedruckte Kaffeetasse, die wir dabei in den Händen drehen und deren Botschaft dabei jedes Mal eine nachhaltige Wirkung auf unser Unterbewusstsein hat, ohne dass wir uns dessen auch nur annähernd bewusst sind. Wir nehmen diese Botschaften auf, ohne es zu wollen oder wissentlich zu steuern und zu beeinflussen. Und wie kleine Kraken verankern sie sich in unserem Unterbewusstsein, sie setzen sich dort fest und wir „lernen“ sie auswendig, ganz nebenbei, während wir mit unseren Freunden plaudern, rauchen, eine SMS schreiben und unseren Kaffee trinken. Botschaften, die uns auf alltäglichen Gebrauchsgegenständen immer wieder begegnen, haben eine nachhaltige Wirkung auf unsere Persönlichkeit und sind geeignet, unser Kaufverhalten grundlegend zu beeinflussen, weil sie stets präsent und bereits verinnerlicht sind, weil ich, bevor ich eine Kaufentscheidung treffe, nicht erst langwierige Überlegungen anstellen muss oder im Internet google oder zu den Gelben Seiten greife, wenn mir das Angebot tagtäglich von der Flanke meiner mir lieb gewordenen Kaffeetasse entgegen strahlt. Von meiner Kaffeetasse, die ich über viele Jahre lang hinweg täglich im Rahmen einer geradezu ritualisierten Handlung benutze und die mir demzufolge lieb und teuer geworden ist.

Werbebotschaften, denen wir besonders vertrauen

Der Mensch ist ein Wesen, das durch Nachahmung lernt. Dieses Verhaltensmuster haben wir seit Generationen und seit unserer Kindheit bereits verinnerlicht. So ahmen wir unsere Eltern nach, weil wir sie lieben und bewundern, ebenso, wie wir liebe Freunde oder Fernsehstars nachahmen, beispielsweise in der Art, wie sie sich kleiden. Jemand, den wir lieben und bewundern, den wir anhimmeln, dem vertrauen und glauben wir stets besonders. Und eine Möglichkeit, uns mit dieser geliebten und bewunderten Person zu identifizieren, ist die Nachahmung ihrer Kaufentscheidungen. So kauft der längst erwachsene Sohn dasselbe Auto wie sein greiser Vater, weil er dessen Kaufentscheidung vertraut und weil er ihn liebt, weil er sich ihm über die Nachahmung des Autokaufes nahe und verbunden fühlen kann. Unserer Kaffeetasse als teurem Teil unserer Alltagskultur „vertrauen“ wir auch auf eine seltsame Weise. Wir hegen und pflegen unsere Kaffeetasse und wir sind sauer, wenn sie morgens im Büro nicht im Schrank steht, weil der neue Kollege oder die neue Kollegin sie einfach benutzt hat und somit ein Tabu gebrochen hat. Ja, wir entwickeln sogar eine gewisse Trauer, wenn sie uns herunter gefallen und dabei zersprungen ist, unsere geliebte Kaffeetasse. Aus diesem Grunde, weil sie ein enger Teil unseres täglichen Lebens ist, einbezogen in immer wiederkehrende ritualisierte Handlungen, die uns Schutz, Wohlbefinden und Geborgenheit versprechen, weil wir ganz einfach eine Beziehung zu unserer Kaffeetasse haben, eignet sie sich hervorragend als Marketinginstrument und als langlebiger und exponierter Träger von Werbebotschaften.

Kaffeetassen mit Werbebotschaften als Geschenke

Noch weitaus glaubwürdiger ist die Wirkung einer Werbebotschaft auf einer Kaffeetasse, wenn wir die Tasse von einem lieben Menschen geschenkt bekommen. Der Wert der Tasse steigt dadurch ungemein und wir werden sie stets besonders zu würdigen wissen. Die Werbebotschaft, die eine solche Kaffeetasse trägt, ganz egal, wie banal und belanglos sie dabei auf den ersten Blick erscheinen mag, wirkt dabei, wie eine im besonderen Vertrauensverhältnis ausgesprochene Empfehlung. Ähnlich wirksam ist die große Kaffeetasse, die der Chef personalisiert und mit den Namen der Mitarbeiter versehen, der Belegschaft anlässlich des Weihnachtsfestes oder eines Firmenjubiläums überreicht. Hier fungiert die Tasse sogar als Trophäe und als Ausdruck von nachhaltiger Wertschätzung. Daher ist die Wirkung der kurzen bunten Botschaft auf der Seite unserer Kaffeetasse keinesfalls zu unterschätzen!

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